1.200 € Rendite in 5 Minuten verloren – wie meine Mitarbeiter Geld verbrennen

Heute bin ich richtig sauer. Ja, richtig sauer, denn nicht jeder Tag als Unternehmer macht Spaß.

Besonders dann nicht, wenn man sich täglich reinkniet und ungezählte Überstunden schuftet, damit das eigene Unternehmen vorankommt und dann durch Unachtsamkeit leicht vermeidbare Fehler mit hohen Folgeschäden von Mitarbeitern verursacht werden.

Aber wie konnte das passieren?

Betriebsausgaben erhöhen, um Gewinn zu mindern und Steuern zu sparen

Gegen Ende des Jahres investiere ich den größten Teil der voraussichtlichen Agenturgewinne in Content für meinen Digital-Verlag.

Das reduziert die Steuern auf die Gewinne, weil die Kosten zur Erstellung des Contents gewinnmindernd wirken und gleichzeitig vergrößert es langfristig die Reichweiten meiner Digital-Magazine, wodurch in den nächsten Jahren die Einnahmen steigen. Meine Wachstumsstrategie also 😉

Gewinn versteuern in der GmbH

Finanzamt so… 😎

Um das mal exemplarisch für euch zu veranschaulichen: Angenommen man hat 100.000 € Gewinn, dann muss man als GmbH darauf ca. 30% Steuern (Körperschaftssteuer, Gewerbesteuer und Soli) bezahlen. Das heißt, dass ich dem Finanzamt 30.000 € überweisen darf. Als Unternehmer fallen einem allerdings meist bessere Dinge ein, die man mit 30.000 € machen kann, als sie dem Finanzamt zu schenken. 

Aber nicht nur psychologisch tut das weh, es ist auch aus Investitionssicht von Nachteil, wenn man auf Wachstumskurs ist. Schaffe ich es nämlich nicht, die Gewinne vor Ende des Geschäftsjahres zu reduzieren, so habe ich nächstes Jahr 30% weniger zum Investieren.

In Zahlen ausgedrückt – investiere ich noch dieses Jahr, dann kann ich für 100.000 € Content erstellen lassen. Überlege oder schaffe ich es erst nächstes Jahr, dann kann ich nur noch für 70.000 € Content erstellen lassen. Im Ergebnis habe ich so also 30.000 € mehr zum investieren.

Und bei gleichbleibenden Rendite mehr zu investieren, macht mehr Sinn als weniger zu investieren. 😉

Steuern steuern – wie der Staat versucht die Wirtschaft anzukurbeln

Was ich durch das Buch „Steuern steuern“ gelernt habe, ist eine andere Perspektive auf die Steuern zu bekommen. Steuern sind ein Instrument des Staates, um die Unternehmen in die Richtung zu lenken, das die Wirtschaft weiter angekurbelt wird.

Durch die hohe Versteuerung der Gewinne „zwingt“ der Staat die Unternehmen quasi permanent zu reinvestieren und somit zu wachsen. Und Investitionen bedeuten für die Wirtschaft wieder Transaktionen von Waren, Dienstleistungen und mehr Einstellung von Mitarbeitern. 

Ich kann jedem, der seine Perspektive auf Steuern verändern will, um das Steuersystem für sich zu nutzen statt sich nur darüber aufzuregen, das Buch „Steuern steuern“ daher wärmsten empfehlen.

Es war für mich eine Erleuchtung 😉

Bisher habe ich so bereits über einen hohen fünfstelligen Betrag in Content investiert und erhalte nun jährlich sechsstellige Einnahmen aus den Werbeerlösen der Reichweiten über den Digital-Verlag. Ein ganz gutes Geschäftsmodell also.

Große Verlage tun meist genau das Selbe und haben dadurch in den Zeiten wo Print noch sehr stark war ordentliche Renditen von 15%, 20% oder teilweise sogar noch mehr verdient. Quelle: Artikel bei Deutschlandfunk zu den Renditen in Verlagen

Mit Evergreen-Content zu Skalierbarkeit

Der Unterschied zwischen klassischen Zeitungsverlagen und meinem Digital-Verlag liegt allerdings nicht nur darin, dass diese ihren Hauptumsatz eher von gedruckte Zeitungen erhalten und mein Hauptumsatz von Werbeerlöse kommt, sondern auch in der unterschiedlichen Ausrichtung der Inhalte.

Evergreen-Content lautet das Schlagwort, will man nachhaltige Inhalte produzieren, die langfristig Erlöse einspielen und somit die Rendite erhöhen.

Simples Beispiel: Die Fussballergebnisse von letzter Woche interessieren heute schon Niemanden mehr online und dementsprechend sucht kaum jemand danach an den ich dann auf meiner Website Werbung ausstrahlen und verdienen kann. 

Schreibe ich allerdings über Themen, die an Aktualität niemals verlieren, wie z.B. Abnehmen, Garten, Gesundheit, Tiere etc., so nimmt das Interesse an den Themen nicht ab.

So suchen in 3 Jahren Menschen noch danach wie man abnehmen kann oder wie sie ihre Pflanzen im Garten schneiden sollen. Das bringt dauerhafte Besucher auf die Magazine und dementsprechend können Werbeerlöse erzielt werden. 

Wenn man das gut macht, steigen so die Besucherzahlen durch hinzukommenden Content immer weiter an ohne das die jährlichen Ausgaben im gleichen Maße mit steigen.

Skalierbarkeit Baby. 😬

Skalierbarkeit heißt das Zauberwort.

Und skalierbare Geschäftsmodelle suchen alle, die langfristig nicht mehr nur ihre Zeit gegen Geld eintauschen wollen.

Content-Erstellung: Theorie und Praxis – ungleiches Paar?

So die Theorie – die Praxis sieht dann doch öfter anders aus. 

Natürlich macht jeder mal Fehler und das gehört halt dazu. Als Unternehmer muss man lernen, Mitarbeitern auch Fehler zuzugestehen. Man selbst macht ja auch ständig was falsch. 

Allerdings ist es für mich ein Unterschied, ob man Fehler macht, weil man sich an etwas Neuem versucht, was man bisher noch nie gemacht hat oder ob es sich um Fehler handelt, die vermeidbar sind und nur aus zu wenig Nachdenken oder Unkonzentriertheit entstehen.

Sowas ist ärgerlich, weil weder die Fähigkeiten noch das Know-How dazu fehlen, sondern diese aus Fahrlässigkeit entstehen.

Und das obwohl ich in diesem Fall vorher extra mehrfach auf die vorherige Überprüfung hingewiesen hatte. Sowas ärgert mich als Unternehmer einfacher.

Ärgerlich. Vermeidbar. Unnötig. 💣

Auf der einen Seite steht dabei natürlich der finanzielle Verlust, was aber auch verloren gegangen ist, ist Vertrauen. Mein Vertrauensverlust ist vermutlich sogar noch schlimmer, als der finanzielle Schaden. Ich kann dem Mitarbeiter wohl kaum noch verantwortungsvolle Aufgaben alleine durchführen lassen. Das hat er sich durch seine Fehler nun leider erstmal verspielt.

Wie soll ich ihn jetzt noch einsetzen und daran glauben, dass er solche Fehler nicht nochmal macht? Prinzip Hoffnung? Das sollte man als Unternehmer eher nicht befolgen, wenn man langfristig erfolgreich sein will. Da könnte man auch gleich ins Casino gehen und bei Roulette alles auf Rot setzen.

Besonders schlimm ist an dem Verlust von 1.200 €, dass dies finanzielle Mittel sind, die aus den Gewinnen der Agentur erwirtschaftet werden.

Warum Verluste 10 mal mehr Schmerzen als weniger Rendite

Geht man von einer durchschnittlichen Rendite von 10% an einem Agenturprojekt aus, so verliert man bei 1.200 € Verlust den gesamten Gewinn an einem Projekt mit einem Volumen von 12.000 €.  Und Projekte mit 12.000 € zu bekommen und wirtschaftlich rentabel durchzuziehen, um dann an Ende den Gewinn zu verbrennen ist schon echt bitter.

Nur durch glückliche Umstände blieb es bei 1.200 €, weil zu dem Zeitpunkt nicht mehr auf dem Guthabenkonto zum Verbrauchen war. Sonst wäre der Schaden wahrscheinlich ein vielfaches größer.

Feedback an Mitarbeiter – mehr als meckern?

Als ich mit meinen ersten Mitarbeitern gestartet habe, war ich wesentlich unsicherer als jetzt. Stets dachte ich, dass ich die ganze Zeit abhängig von ihnen sei und ihnen alles recht machen muss. Mein Gefühl damals – „wenn meine Mitarbeiter mich verlassen, dann geht mein Unternehmen pleite“. 

Das ist natürlich totaler Quatsch, denn ich hatte das Unternehmen auch ohne die Mitarbeiter bis zu dem Punkt der ersten Einstellung von Personal aufgebaut und ausserdem gibt auch andere Menschen, die genau die gleichen Aufgaben übernehmen können.

Versteht mich nicht falsch – ich mag meine Mitarbeiter und wir sind ein großartiges Team und haben echt viel zusammen in den letzten Jahren zusammen aufgebaut. Ich bin stolz auf mein Team, denn wir arbeiten nicht nur produktiv miteinander zusammen, sondern verstehen uns auch menschlich super zusammen. Immer wenn es besonders stressig ist und ich am liebsten alles hinschmeißen und aufgeben will, motiviert mich meine Verantwortung für diese tollen Menschen. Und meine Motivation wäre sicher nicht so stark, wenn mir meine Mitarbeiter egal wären.

Was mir allerdings von Anfang an schwer viel und womit ich auch immer noch zu kämpfen habe, ist Feedback zu geben. Als Unternehmer mag ich gerade meine Freiheit selbstbestimmt zu arbeiten. Umso schwerer fällt es mir daher andere zu kritisieren oder ihnen zu sagen was sie machen sollen, weil mich persönlich das stören würde. Aber das ist nur mein falsches Mindset und ich muss lernen diese falsche Einstellung abzulegen.

Teilweise fordern meine Mitarbeiter nämlich sogar Feedback ein, weil sie wissen wollen, ob sie ihre Aufgaben richtig erledigt haben oder nicht. Das gibt ihnen Sicherheit und Bestätigung, wenn ich sie für gute Arbeit lobe. Mein Learning daraus: Feedback muss nicht immer als Kontrolle aufgefasst werden, sondern kann auch Sicherheit geben, weil man Anregung zur Verbesserung oder Lob bekommt.

Auf der anderen Seite ist es natürlich auch wichtig, dass ich schnelle Feedback gebe, weil sonst Aufgaben vielleicht anders als von mir Gedacht erledigt werden und somit eventuell in eine falsche Richtung laufen. Im Worst Case gefährde ich dann mit meinem nicht gegebenen Feedback das Unternehmen und damit die Arbeitsplätze aller Mitarbeiter. Fahrlässig so zu handeln, nur weil es sich für mich „doof“ anfühlt jemanden zu kritisieren. Ich arbeite aber daran, meine Überzeugung abzulegen.

Ausserdem geht man mit Mitarbeitern nur einen einseitigen Vertrag ein, sondern einen beidseitigen, der für beide Seiten zum Vorteil ist. Daher kann ich auch eine gewisse gleichbleibende Arbeitsqualität und Leistung erwarten, den meine Mitarbeiter erwarten ja schließlich auch jeden Monat die gleiche Menge an Gehalt – und nicht manchmal nur die Hälfte, weil der Monat mal nicht so gut lief.

Mittlerweile werde ich schon sicherer. In der Vergangenheit habe ich mich meistens nur über die Fehler geärgert, aber nichts gesagt. Dementsprechend hatte der Mitarbeiter auch keine Chance es anders zu machen. Anstatt also an den Symptomen rumzudoktoren, ist es besser Fehler gleich an der Wurzel zu entfernen. Als Unternehmer mit Angestellten sollte man daher besser gleich Feedback geben. Du hast nämlich die tolle Situation, dass du für alle Fehler direkt gerade stehen darfst. Entweder in der Form das der Kunde dich anschreit, kein Geld zahlt, du verklagt wirst, Geld verlierst oder sonst was passiert. Du kriegst also alles direkt „in die Fresse“.

Tja, wer die Verantwortung hat, der hat sie halt im Falle von Erfolg, aber auch im Falle von Misserfolg. Auch der Leistung von anderen.

Ich versuch mein Mindset nun so zu ändern, dass ich es so wahrnehme, dass der Mitarbeiter nur die Chance hat die Fehler zeitnah zu unterlassen, wenn ich es ihm direkt sage. Nur dann werden weitere, teure Folgefehler reduziert und als Unternehmer ärgert man sich nicht die ganze Zeit weiter darüber.

Ein ernstes Gespräch unter vier Augen ist daher also nötig, um die Situation aus beiden Perspektiven zu besprechen und Feedback zu geben.

Morgen wird sicher unangenehm, aber da muss man durch als Unternehmen. Sonst geht noch mehr kaputt. Man hat schließlich dem Unternehmen und den anderen Mitarbeitern eine Verantwortung zu tragen und es ist fährlässig das alles durch nicht handeln zu gefährden. 

Und so bleibt einem als Unternehmer auch an schlechten Tagen wie heute nichts anderes übrig als den Mist auszulöffeln, auch wenn man ihn nicht selbst gemacht hat.

Verantwortung eben im Erfolgs-, aber auch Miss-Erfolgsfall.

Hast du schon ähnlich Situation mit Mitarbeitern erlebt? Wie gehts du damit um? Wie investierst du Gewinne?

Unternehmerische Grüße euer Christoph 😉

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